Die Fanbeauftragten der deutschen Lizenzvereine haben im Rahmen einer Tagung eine (nachstehende) Erklärung zur aktuellen Sicherheitsdebatte formuliert, in welcher unter anderem zu einer Versachlichung der Dialoge aufgerufen wird. FanPressesprecher Robin Koppelmann zeigt sich hierüber sehr erfreut: “Es ist ein starkes Zeichen, dass die Fanbeauftragten gemeinsam den Willen bekunden, sich für einen Dialog auf Augenhöhe einzusetzen und dem medialen Populismus der letzten Tage entgegenwirken. Hier in Braunschweig werden wir demnächst vertiefende Gespräche mit dem Verein führen und einen möglichst optimalen Weg für unsere Situation bei der Eintracht erarbeiten.” Ergebnisse hierzu werden demnächst bekanntgegeben.

Hier zunächst die Stellungnahme der Fanbeauftragten im Wortlaut:

„Der deutsche Fußball ist in seinen professionellen Strukturen Vorbild für ganz Europa. So verlangt die UEFA ab der kommenden Saison von allen Vereinen Fanbeauftragte. Eine Position, die bisher nur in Deutschland existierte. Fanbeauftragte und Fanprojekte sind mit ihrer Ausstattung und dem Expertenwissen einmalig in Europa und inzwischen Vorbild für die UEFA und viele Länder.

Alleine die Liga-Vereine investieren jedes Jahr 25 Mio. EUR in die Sicherheit ihrer 18,8 Millionen Zuschauer. Zusammen mit Ordnungsdiensten und Polizei sorgen die Fan- und Sicherheitsbeauftragten der Vereine Woche für Woche für Sicherheit in den Stadien. In Deutschland gibt es niemanden, der so viel Erfahrung mit Sicherheitsaspekten bei Großveranstaltungen hat wie die deutschen Proficlubs. Wer zum Fußballspiel in eines unserer Stadien kommt, kann sich sicher fühlen. Bei sachlicher Analyse der Fakten gibt es keinen Grund für das Schüren von Ängsten und Unsicherheiten. Zwischenfälle sind Einzelfälle, werden aber aufgrund der hohen Medialität unseres Sports millionenfach über Bilder und Fernsehen transportiert. Jede einzelne Störung wird Woche für Woche professionell und sorgfältig analysiert und zusammen mit unseren Ordnungsdiensten und der Polizei in verbesserte Abläufe überführt.

Alle Vereine sind sich ihrer Verantwortung bewusst und handeln entsprechend. Die Clubs tauschen sich regelmäßig aus, um aus den Erfahrungen aller zu lernen und die Sicherheitsmaßnahmen weiter zu verbessern. Auf unserer Tagung haben wir best practice-Konzepte präsentiert. In Arbeitsgruppen wurde über die Zukunft der Fanarbeit ebenso diskutiert wie über die Geldstrafen der Verbände und einen möglichen Fankodex.

Wir sprechen uns klar gegen populistische Droh- und Verbotsszenarien in der politischen Diskussion aus. Diese dienen in erster Linie der Effekthascherei und tragen zur Verunsicherung in der Fanszene bei. Der wichtige sachliche Dialog mit Fans, Vereinen, Politik, Polizei und Öffentlichkeit wird durch diese Form des Populismus sabotiert. Wir sind an einer faktenbezogenen Diskussion interessiert und halten den Dialog mit den Verbänden offen. Fan- und Sicherheitsgipfel müssen auch weiterhin mit allen Experten auf Augenhöhe stattfinden.

Seitens der Fanbeauftragten gibt es ein ganz klares Bekenntnis zu Stehplätzen. Wir fordern die Verbände und die Politik auf, sich klarer als bisher zur Stehplatzkultur in Deutschland zu bekennen. Die Stehplätze gehören zur Fankultur, in vielen europäischen Ländern werden wir um diese Stehplätze beneidet!”

Für Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA
Nils Burgdorf
Fanbeauftragter