Liebe Eintracht-Fans,

nach dem dramatischen Finale des Lotte-Spiels tat uns allen diese Länderspielpause sicher gut. Jedem war klar, dass die 3. Liga kein Selbstläufer wird – dieser Saisonstart hat uns aber natürlich erschüttert.

Nach elf Spieltagen steht unsere Eintracht auf dem letzten Tabellenplatz, mit André Schubert haben wir seit gut einer Woche einen neuen Trainer. Diesen erwartet eine Herkulesaufgabe, denn jede weitere Niederlage kann bedeuten, dass wir uns punktemäßig (noch) weiter von den Nicht-Abstiegsplätzen entfernen. Das ist die leider die brutale Realität.

Dennoch – und im Grunde genau deshalb – bitten wir euch mit diesem Brief um Eines: Wir starten mit André Schubert bei null, auch wenn die Tabelle derzeit eine andere Sprache spricht. Wir wissen, dass wir uns keine Experimente mehr auf und neben dem Platz erlauben können, ab jetzt müssen Erfolge und vor allem wieder Kontinuität her. Und beides erreichen wir nur, wenn wir die Schatten der vergangenen Wochen hinter uns lassen und geschlossen nach vorne blicken. Einzelne Rückschläge können dabei passieren, das sportliche Programm der nächsten Wochen ist wahrlich nicht einfach, aber Schnellschüsse bringen uns auch jetzt nicht weiter: Wir müssen nun zusammenstehen, um am Ende dieser Saison irgendwie das rettende Ufer zu erreichen. Wir haben noch diesen einen sportlichen Versuch und der muss sitzen. Es geht um die Existenz dieses Vereins und wer sich diesem Ziel nicht unterordnet, ist hier fehl am Platz.

Dazu gehört auch: Einige Personen in unserem Verein haben in den vergangenen Wochen Fehlentscheidungen getroffen, das ist angesichts der sportlichen Situation klar. Aber Fehler zu machen ist menschlich, denn gerade diejenigen im Präsidium unseres Vereins, die das Glück zuletzt etwas verlassen hat, standen in den vergangenen Jahren umso mehr für den Erfolg unserer Eintracht. Das darf bei allen Emotionen und unglücklichen Formulierungen nicht vergessen werden und es gilt, dorthin wieder zurückfinden. Wir sind überzeugt, dass das Präsidium nach dem Schock der ersten Spiele entsprechend handeln will und wird und wir reichen dafür natürlich gern die Hand.

Fehler oder Fehlentscheidungen haben den Vorteil, dass sie korrigiert werden können, sofern ein ernsthafter Wille vorhanden ist, um etwas zu verändern. Und darauf setzen wir jetzt, denn wir sind überzeugt, dass dies gemeinsam gelingen kann: Wie wir es bereits in unserem Brief nach dem Fortuna Köln-Spiel erklärt haben, haben die jüngsten Entwicklungen bei der Eintracht nach unserer Überzeugung insbesondere einen strukturellen Hintergrund, der in dem Aufbau innerhalb der GmbH zu finden ist.

Wir Fans haben daher reagiert, indem wir diese Veränderungen angemahnt haben und sind dabei, diese auch umzusetzen. Wir erwarten, dass wir hierbei ernstgenommen werden. Aber auch unser Präsidium hat reagiert, indem es gehandelt, erste Korrekturen im Aufsichtsrat angekündigt, einen erfahrenen Trainer und kompetenten Co-Trainer geholt und einen routinierten Torhüter verpflichtet hat. Auch diese Korrekturen gilt es zu honorieren und wir müssen ihnen nun eine faire Chance geben. Ebenso müssen wir dem neuen Trainer die Zeit und Möglichkeit geben, um im Winter eventuell personell nachrüsten zu können. Ein Saisonfazit wird am Schluss gezogen und bis dahin gilt jetzt die volle Fokussierung auf den Klassenerhalt, alles andere bringt nur weitere Unruhe in den Verein.

Gut zehn Jahre ging es mit unserer Eintracht fast nur bergauf, nun durchleben wir auch mal schwierige Zeiten. Bewältigen können wir diese aber nur gemeinsam, denn wenn wir anfangen, uns gegenseitig zu beschädigen, geht am Ende der ganze Verein unter – und unsere Gegner lachen sich ins Fäustchen. Lasst uns daher gemeinsam anpacken und den Karren gemeinsam aus dem Dreck ziehen.

Der Vorstand des FanRat Braunschweig e.V. im Oktober 2018