Der nachfolgende Text wurde in der letzten Ausgabe des „Roten Löwen“ veröffentlicht:

Hanna Lauter verlässt zum 31. Juli das Fanprojekt Braunschweig.

In wenigen Tagen wird uns Hanna Lauter verlassen. Hanna ist seit mehreren Jahren als „dritte Kraft“ im Fanprojekt angestellt, hier absolviert die ehemalige Praktikantin und Studentin für „Soziale Arbeit“ derzeit ihr Anerkennungsjahr. Dass es dabei bleiben wird und keine weiteren Jahre dazukommen, hat vielfältige, in der Hauptsache aber auch private Gründe, die hier nicht weiter thematisiert werden sollen. Dennoch möchte der FanRat Braunschweig e.V. die Gelegenheit nutzen, zu dem Ausscheiden Hannas kurz Stellung zu beziehen.

Als FanRat bedanken wir uns ausdrücklich bei Hanna für die geleistete Arbeit der vergangenen Jahre. Das ist keine Phrase, sondern soll in diesem Moment genauso verstanden werden. Hanna hat sich trotz ihres jungen Alters und ihrer „Fachfremdheit“ was Fußballszenen anbelangt enorm schnell eingearbeitet und in die Fanszene integriert. Gerade mit Blick auf die Ultraszene hat sie wichtige Denkprozesse, insbesondere zum Umgang mit Stadionverboten und deren Folgen, angestoßen. Dazu passend war sie stets auswärts präsent und hat so sicher auch viel Privatleben auf der Strecke lassen müssen. Für den FanRat war sie stets unkompliziert erreichbar, sie hat diese Zeitung mitbegleitet und die Redaktionssitzungen mitorganisiert. Kurzum: Sie hat einen bleibenden Eindruck in der Fanszene hinterlassen.

Dass sie nun gehen muss, hat – wie bereits geschildert – vielfältige Gründe. Wir müssen dazu feststellen, dass wir uns gewünscht hätten, wenn es eine Kompromisslösung gegeben hätte, die alle Parteien zufriedengestellt hätte. Als FanRat verstehen wir alle Positionen und Bedenken, sind aber zugleich traurig, dass die von uns vorgeschlagenen Lösungswege offenbar nicht gangbar waren. Wir hätten uns gefreut.

Eine (weitere) Phrase á la „für den beruflichen Werdegang wünschen wir Hanna alles Gute“ sparen wir uns an dieser Stelle, da wir sicher sind, dass Hanna ihren Weg richtig gehen wird. Ihr Engagement und ihr Verständnis für junge Menschen lassen keinen anderen Schluss zu und daher bleibt aus unserer Sicht nur zu hoffen, dass der Kontakt nicht ganz abreißen wird.

Und apropos Hoffnung: Als FanRat hoffen wir unständig, dass es dem Fanprojekt gelingt, einen adäquaten Nachfolger für Hanna zu finden. Hier ist auch die AWO als Träger des Fanprojekts aufgefordert: Eine Einrichtung wie das Fanprojekt kann angesichts der Größe der Fanszene nicht in einer Besetzung von zwei Personen existieren. Alle Beteiligten sind dringend aufgerufen, hier zu reagieren und Bedingungen zu schaffen, die einem möglichen Nachfolger Hannas einen guten Einstieg ermöglichen. Exemplarisch sei hier auch das Beispiel unseres Fanbeauftragten Erik Lieberknecht erwähnt: Jahrelang hat sich gezeigt, dass dieser Posten nicht durch eine Person zu absolvieren ist. Auch dank des Drängens des FanRats hat der Verein hier reagiert und mit Erik einen zweiten Fanbeauftragten eingestellt – mit durchschlagendem Erfolg. Ein Erfolg, den wir auch dem Fanprojekt gönnen würden und daher hoffen, dass hier Gelder und Kapazitäten geschaffen werden.

FanRat Braunschweig e.V.