Am Sonntag ist es dann also soweit: Das Rückspielderby kommt nach Braunschweig und damit sicher das wohl brisanteste Spiel seit Jahren an die Hamburger Straße. Ein Spiel, bei dem es nicht nur sportlich um sehr viel geht – es geht auch um das Ansehen unseres Vereins, unserer Fanszene und damit von uns allen. Und daher bitten wir euch alle, die nachfolgenden Zeilen aufmerksam zu lesen.

Der FanRat Braunschweig ist sich der Brisanz des Derbys absolut bewusst und wir wollen daher definitiv den Gesamtkontext nicht verharmlosen. Wir wissen, dass dieses Spiel mit anderen Maßstäben bemessen werden muss, als es bei normalen Punktspielen der Fall ist. Und wir wollen auch niemandem verbieten, gerade bei diesem Spiel seine Emotionen und auch seine Rivalitäten auszuleben. Das gehört unserer Meinung nach zum Fußball dazu.

Gleichwohl appellieren wir an alle Institutionen, die mit diesem Derby in Verbindung kommen, an die gemeinsame Vernunft:

  • Wir appellieren an die Eintracht-Fans, einen Maßstab zu finden, der dem Charakter des Derbys gerecht wird. Niemand kann verhindern oder gar ausschließen, dass es auch im Rahmen dieses Spiels zu Verfehlungen oder Straftaten einzelner Fans kommen kann, so ehrlich muss man sein. Jedem Beteiligten sollte aber klar sein, dass es Grenzen gibt, die zwischen derbybezogenen Emotionen und einem langfristigem Schaden für Verein und Fanszene gezogen werden müssen. Werden diese Grenzen überschritten, betrifft das alle Fans und wird zwangsläufig zu unschönen Konsequenzen führen (müssen). Und das will keiner!
  • Wir appellieren daher aber auch an beide Vereine, das Derby als das zu behandeln, was es ist: Ein Ausnahmespiel, eine Ausnahmesituation. Wir heißen Fehlverhalten keinesfalls pauschal gut, fordern aber auch, dass dieses in Relation zu den bisherigen Errungenschaften der Faninstitutionen gesetzt werden muss. Gute Ansätze der breiten Masse dürfen durch einzelne Hardliner nicht kaputtgemacht werden!
  • Wir appellieren folglich auch an die Verbände: Die jüngsten Strafen mit Blick auf das Hinspielderby standen und stehen in keinerlei Relation zu den Vorkommnissen vor Ort! Sie sind ein kontraproduktives Mittel, das die Situation für alle Beteiligten zusätzlich verschärft. Wer glaubt, mit Geldstrafen Emotionen eindämmen oder gar Probleme lösen zu können, der denkt naiv und realitätsfern. Wir hoffen daher, dass auch bei einem solchen Derby die Gesetzmäßigkeiten und Relationen der Sportgerichtsbarkeit gewahrt bleiben.
  • Wir appellieren nicht zuletzt deshalb auch an die Medien: Jedes Derby hat seine eigene Musik und den Tonfall dazu liefert auch die “vierte Gewalt im Staat” – die Presse. Wir fordern einen sachlichen und objektiven Umgang mit dem Spiel und verbitten uns Sensationsjournalismus auf dem Rücken der Fans. Jedem Journalisten sollte bewusst sein, dass auch seine Berichterstattung dafür verantwortlich ist, wie das Derby am Ende bundesweit aufgenommen wird und welche Konsequenzen es (nicht) haben wird.
  • Wir appellieren logischer Weise auch an die Polizei und alle weiteren Sicherheitsinstitutionen: Bei einem Derby stehen gerade die Fans unter einer erhöhten Anspannung, Emotionen werden übernatürlich stark zum Tragen kommen. Es gilt, dieser Tatsache mit der nötigen Ruhe, Professionalität und Souveränität entgegen zu treten. Die Polizei muss helfen, wo sie gebraucht wird – ansonsten ist sie aber nicht der zentrale Akteur des Spieltags. So wie die Fans ihnen vertrauen sollen, so müssen sie auch uns vertrauen!
  • Nicht zuletzt appellieren wir aber natürlich an unsere Mannschaft und unsere sportliche Leitung! Das Derby ist und bleibt für die Fans das wichtigste Spiel der Saison, daher: Holt den verdammten Derbysieg in die Löwenstadt! Für die Fans, für den Verein und für unsere Stadt – und ja: Auch zum Ärger von Hannoi!

Euer FanRat Braunschweig