Am heutigen Mittwoch haben die Vertreter der 36 Profi-Clubs in Frankfurt/Main das DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ unterzeichnet. Im Vorfeld hatten Fans und Vereine aus der gesamten Republik hierzu mit großer Ablehnung reagiert, so dass eine erste Version modifiziert werden musste. Diese wurde heute nun komplett abgesegnet.

Hier in Braunschweig haben wir versucht, einen möglichst transparenten und konstruktiven Umgang mit dem Papier zu ermöglichen. Auch wenn uns und dem Verein durch die engen Fristen der DFL nur wenig Handlungsspielraum ermöglicht wurde, so haben wir dennoch eine gemeinsame und begründete Ablehnung des ersten Papiers erreicht.

Auch zu der zweiten Version gab es einen regen Austausch, der unter anderem bei einer offenen Fanversammlung zustande kam. Über 300 Fans diskutierten hier intensiv mit den Vertretern der Fanbetreuung und des Vereins über die Folgen des Papiers. Das hat es in dieser Form hier nicht gegeben.

Der Verein hat sich in diesen Gesprächen nun so positioniert, dass er die neue Version des Papiers nicht als Ganzes, sondern lediglich in Teilen ablehnen wollte. Dies finden wir insofern schade, als dass sich der FanRat gerne eine verlängerte Abstimmungsfrist gewünscht hätte, damit auch das überarbeitete Papier gemeinsam mit den bundesweiten Fanverbänden hätte diskutiert werden können. Diese Chance wurde aufgrund der Drohgebärden aus der Politik durch den Verband und die Vereine leider nicht wahrgenommen, in ihr sehen wir entsprechend den wirklichen Problemfaktor: Es kann und darf nicht sein, dass sich populistische Innenminister aller couleur anmaßen, ein derart emotionales und komplexes Thema für ihren Wahlkampf zu missbrauchen. Sie haben eine sachliche Diskussion verhindert, wohl nie gewollt, und so Fans, Vereine und Verbände unnötig gegeneinander ausgespielt. Das darf so nie wieder vorkommen und hier sind alle Fans und Bürger gefragt, Reaktionen zu zeigen.

Welche Aktionen konkret in Braunschweig geplant werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen, da sicher auch bundesweite Kampagnen hier eine große Rolle spielen werden. Positiv können wir dennoch konstatieren, dass auch ein solch brisantes Thema für eine weitere Intensivierung des Dialogs zwischen Fans und dem Verein Eintracht Braunschweig geführt hat. Dies soll und muss nach dem Papier nun fortgesetzt werden, damit wir zumindest im Eintracht-Stadion für eine weiterhin lebendige Fankultur eintreten können. Wir sind zuversichtlich, dass dies mit den aktuellen Verantwortlichen gelingen wird.

Der FanRat Braunschweig am 12. Dezember 2012