Was in den vergangenen Wochen rund um unsere Eintracht sportlich wie neben dem Platz passiert ist, hätte nach den Jahren der Kontinuität wohl kaum jemand für möglich gehalten. Nach Jahren des sportlichen Erfolges und der Harmonie geschehen jetzt Dinge, die schwer nachvollziehbar sind. Dinge, die strukturelle Defizite auf verschiedenen Ebenen im Verein zutage legen und die dank des sportlichen Erfolgs, den es unter Torsten Lieberknecht und Marc Arnold gab, nicht oder kaum auffielen, uns jetzt aber umso härter treffen.

Der FanRat Braunschweig e.V. kann dieser Entwicklung, die uns bundesweit in negative Schlagzeilen und sportlich in eine derzeit existenzielle Krise gebracht hat, nicht tatenlos zuschauen. Wir hätten uns diese Zeilen gerne erspart, können aber auch nicht wegschauen. Wir möchten vielmehr alle Fans und Verantwortliche einladen, die bisherige Situation zu analysieren und Konsequenzen zu ziehen, um den Verein strukturell besser aufzustellen. Wir sind überzeugt, dass das Präsidium um Sebastian Ebel, mit dem wir ebenfalls so viel Erfolg hatten, die richtigen Ziele verfolgt, dabei aber offenbar manche Entwicklung unterschätzt hat oder von ihr schlicht überrannt wurde. Dies möchten wir gemeinsam verbessern. Unser großer Dank gilt zudem Torsten Lieberknecht und Marc Arnold für ihre Arbeit in den vergangenen zehn Jahren. Beide hätten ein anderes Ende verdient.

Nun aber zur Bestandsaufnahme:

  • Laut Aussagen der Vereinsführung (Präsidium und Geschäftsführer in der BZ) stand die Trennung von Marc Arnold zum Ende des jetzigen Transferfensters bereits im Mai faktisch fest.
  • Man hat also einen sportlichen Leiter mit dem Neuaufbau einer so existenziell wichtigen Saison („Nach dem Abstieg ist vor dem Aufstieg“) betraut, der im Zweifel wissen musste, dass er hier nur noch eine Übergangslösung darstellt. Er war also von Beginn an eine „lame duck“ und für viele Fans ein dankbarer Sündenbock für alle Fehlentwicklungen der Vergangenheit.
  • Indirekt wird zugegeben, dass man diesen Sportlichen Leiter nur deshalb im Amt belassen hat, weil es an Alternativen fehlte, nachdem man Torsten Lieberknecht entlassen hatte. Die Verantwortlichen (die genauen Zuständigkeiten sind uns unbekannt) hatten also keinen Plan B für die sportliche Führung im Abstiegsfall.
  • Der neue Trainer, der selbst erst kurzfristig zu seinem Amt kam, wurde somit quasi über Nacht damit beauftragt, eine neue Mannschaft zu formen. Ohne Henrik Pedersen etwas Böses unterstellen zu wollen, aber insbesondere für einen Trainer-Neuling ist das binnen dieser kurzen Zeit eine Herkulesaufgabe. Dass dazu verdiente Führungsspieler aus eigenem Antrieb nicht gehalten wurden – die Gründe dafür sind Spekulation – hat diese Situation gleichwohl noch verschärft.
  • Dennoch hat Henrik Pedersen vor allen Fans und im Beisein von Sebastian Ebel beim FanParlament im Juli erklärt, der Kader befände sich auf einem guten Weg – es würden lediglich noch drei-vier gestandene Spieler, insbesondere für die Offensive, fehlen.
  • Marc Arnold wurde parallel damit beauftragt, Nyman, Abdullahi und Valsvik zu verkaufen oder zu verleihen, ohne die diese zentralen Neuzugänge finanziell nicht realisierbar wären.
  • Bis zum Ende der Transferperiode hat sich an dieser so zentralen Baustelle wenig bis gar nichts getan. Über die Gründe (fehlende Motivation Arnold, fehlende Erfahrung Pedersen, fehlender Handlungsspielraum für beide angesichts des Nicht-Verkaufs der drei Verkaufskandidaten?) kann nur spekuliert werden.
  • Wir stehen nun auf einem Abstiegsplatz, weil die Mannschaft – alle bisherigen Punkte zusammenfassend – fast sehenden Auges zu dünn geraten ist. Und es besteht – bei aller Hoffnung in diese junge und motivierte Mannschaft, die unsere absolute Unterstützung verdient – leider nur die vage Perspektive, ob dies bis Weihnachten durch sportliche Höchstleistungen oder eine unerwartet rasante Entwicklung gekittet werden kann.
  • Als Vorgeschichte darf dazu nicht vergessen werden, dass eigentlich der Aufstieg ausgegeben war, durch den der Kitt in der Fanszene wieder zusammenwachsen sollte, um die Wunden der vergangenen Saison zu heilen. Denn trotz aller Bemühungen: Komplett geeint war die Fanszene nach der Entlassung von Torsten Lieberknecht und der Art, wie dies geschehen ist, noch nicht.
  • Faktisch sind nun mit Torsten Lieberknecht und Marc Arnold zwei hauptamtliche Entscheidungsträger aus der Abstiegssaison entlassen. Soeren Oliver Voigt ist als Geschäftsführer weiter im Amt, sein Vertrag wurde nichtöffentlich verlängert. Nach eigener Aussage in den Medien wird er nun auch die sportliche Leitung unterstützen.

Diese – nüchtern dargestellte – Chronologie ist der Status Quo. Sie offenbart einige strukturelle Schwächen in den Entscheidungsgremien des Vereins, die es zumindest mitbegünstigt haben, dass wir stehen, wo wir stehen. Als FanRat Braunschweig e.V. sehen wir daher den Bedarf nach Veränderungen – nicht zuletzt, damit sich diese Entwicklung nicht weiter fortsetzt. Es geht jetzt nicht mehr um Einzelschicksale, es geht um die Zukunft unseres Vereins. Schon bei der FanRat-Jahreshauptversammlung im Januar haben wir per Leitantrag verabschiedet: Wir gewinnen und wir verlieren gemeinsam. Jeder, der im Umfeld oder bei Eintracht zuletzt Verantwortung getragen hat, sollte seine Rolle dahingehend ehrlich überprüfen – und jetzt seine Konsequenzen ziehen, um die Situation gemeinsam zu verbessern.

Konkret heißt dies für uns:

  • Der Aufsichtsrat muss, wie bereits mehrfach fanseitig und auch mittels Antrag auf der JHV gefordert, dringend um sportliche Kompetenz erweitert und damit als Gremium gestärkt werden. Auch er hätte die Pflicht gehabt, in der dargestellten Chronologie, die eigentlich sogar schon im vergangenen Winter mit dem Aue-Spiel begann, frühzeitig einzugreifen und Fehlentscheidungen zu verhindern.
  • Der Nachfolger von Marc Arnold muss mit umfassenderen Kompetenzen ausgestattet werden, als Arnold sie als „sportlicher Leiter“ hatte. Heißt: Der Nachfolger muss als Manager oder Sportdirektor in der Geschäftsführung der Eintracht Braunschweig GmbH & Co KgaA angesiedelt sein und hier als sportlicher Ausgleich zu den Kompetenzen des Geschäftsführers für die „normale“ Vereinsarbeit agieren. Unser Verein wird wirtschaftlich gut geführt, offenbart aber mit Blick auf den sportlichen Bereich seit Jahren Schwächen (Transfers, jetzige Personalpolitik). Zu klären ist, inwieweit der neue Manager dann alleinig zeichnungsberechtigt ist, sprich bis zu einer welchen Summe er ohne den Aufsichtsrat Transfers etc. vornehmen sollen könnte.
  • Die administrative Verantwortung bei Eintracht muss insgesamt breiter aufgestellt werden, um Entscheidungen kritisch zu hinterfragen und daran zu wachsen. Die Einrichtung regelmäßig tagender Gremien unter Zunahme externer Berater/Experten, die nicht im Kubus angestellt sind, wohl aber klar das „Eintracht-Gen“ besitzen, wäre zu den jeweils passenden Themenfeldern wünschenswert.
  • Langfristig wünschen wir uns einen gemeinsam mit den Fans erarbeiteten Masterplan, wie es mit Eintracht in den nächsten Jahren strategisch weitergehen soll und welche Ziele wir gemeinsam anstreben. Ein gefühltes Hin und Her wie jetzt (Ist der Aufstieg jetzt das Ziel? Steht dies nicht im Widerspruch zur bisherigen Transferpolitik?) darf es nicht geben. Wir möchten einen transparenten, gemeinsam formulierten Mehrjahresplan, hinter dem sich Präsidium, Geschäftsführung, Trainer, Spieler und Fans versammeln können, der unsere Werte verbindet und der konsequent umgesetzt wird. Nur so kann es gelingen, den Verein wieder zu einen, Entscheidungen zu erklären, die Fans mitzunehmen und die Unruhe aus der Situation zu nehmen. Wir stehen am Scheideweg und können dies nur geschlossen überwinden!

Wir appellieren an alle Verantwortlichen, diese Anregungen aufzunehmen.

Wir haben schon viel Schlimmeres erlebt. Überlebt. Gemeinsam, zusammen. Lasst uns zurückgehen zu diesem Zusammenhalt, denn dann sind wir am Stärksten. Und vor allem: Lasst uns die Mannschaft bestmöglich unterstützen! Denn Spiele wie das Hertha-Spiel haben gezeigt: Sie hat es verdient, sie kämpft für Blau-Gelb!

Der FanRat Braunschweig e.V. im August 2018

PS: Ein Hinweis in eigener Sache: Für Dienstag, 11. September war ursprünglich im Vorgriff auf den nächsten Verstetigten Dialog ein „normales“ FanParlament angesetzt. Ob und wie dies umgesetzt werden kann, werden die nächsten Tage zeigen.

pdf Wir, wir, wir sind die Eintracht? – Offener Brief des FanRat Braunschweig e.V. zur aktuellen Situation: Strukturelle Veränderungen sind nötig!

Anbei auch der Aufruf der Ultrà-Szene, an der Demonstration gegen das niedersächsische Polizeigesetz am kommenden Samstag teilzunehmen:

Am kommenden Samstag 18.08.2018 findet in Braunschweig (Start am Kohlmarkt) um 11:00 Uhr eine lokale Demo gegen das neue geplante Niedersächsische Polizeigesetz statt. Die Blau-Gelbe Hilfe (https://www.blau-gelbe-hilfe.de/nonpog-save-the-date/) hat euch in den letzten Wochen bereits mit den wichtigsten Infos versorgt und auch wir möchten euch noch einmal die Wichtigkeit der kommenden Demonstrationen ans Herz legen.

Die Vergangenheit hat (insbesondere den Auswärtsfahrer) aufgezeigt, dass Gesetzesänderungen, die zur Terrorabwehr durchgewunken wurden, an uns Fußballfans praktiziert werden. Überharte Polizeieinsätze, Hausdurchsuchungen, Orts-/Aufenthaltsverbote, Telekommunikationsüberwachung, Anwerben/Einsatz von V-Leuten und „präventive“ Gewahrsamnahmen gehören unter anderem mittlerweile schon zum „Alltag“ aktiver Fußballfans.

Nun sollen die Befugnisse der Polizei nochmals u.a. um folgende Punkte erweitert werden:

  • Orts-, Aufenthalts- und Kontaktverbote bei Verdacht und ohne Richtervorbehalt
  • Meldeauflagen ohne Richtervorbehalt
  • Präventivgewahrsam bis zu 6 Tage
  • Telekommunikationsüberwachung bei Verdacht
  • Einsatz von Elektrotasern noch vor Schlagstockeinsatz
  • Ausweitung der Datenspeicherung
  • Elektronische Fußfesseln bei „schweren oraganisierten Straftaten“

Dies ist (nur) ein kleiner Auszug (mehr Infos erhaltet ihr unter: https://niedersachsentrojaner.de) der uns Fußballfans am ehesten treffen kann, aber nicht unwahrscheinlich ist.

Künftig kann es also durchaus dazu kommen, dass man seine Kumpels durch ein Kontaktverbot nicht mehr treffen darf oder ohne richterlichen Beschluss eine Hausdurchsuchung erhält. Spannend (schmerzhaft?) wird es, wenn wir nicht mehr weggeknüppelt und mit Pfeffer/Tränengas attackiert, sondern gleich „American-Like“ mit Elektrotasern bearbeitet werden. Auch die Dauer der Gewahrsamnahme soll auf 6 Tage erhöht werden, ihr braucht also unter Umständen Urlaubstage und Durchhaltevermögen, selbst bei harmlosen Delikten. Dass die Polizei eure Nachrichten, Chat- und Internetverläufe sowie Telefonate überwachen kann, ist ja nichts Neues – künftig reicht hier der reine Verdacht, dass es zu einer Straftat kommen könnte, um die „Freigabe“ zu erhalten. Denn Insbesondere der Begriff der „drohenden Gefahr“ stellt einen Hauptkritikpunkt dar:

Während bislang Maßnahmen erst bei einer nachgewiesenen konkreten Gefahr eingeleitet wurden, reicht künftig der bloße Verdacht einer drohenden Gefahr aus. So könnte selbst eine Ordnungswidrigkeit, wie das verkleben eines Aufklebers, als Begründung für eine drohende Gefahr herangezogen werden, wodurch die oben genannten Maßnahmen bereits greifen könnten.

Wie die Politik in diesem Land geführt wird, zeigt sich exemplarisch auch daran, dass sich die SPD in Bayern als „Oppositionsführer“ gegen das Bayrische Polizeiaufgabengesetzt engagiert hat, aber die Einführung in Niedersachsen unterstützt –  widersprüchlicher geht es wohl kaum noch.

Die Demo am Samstag darf daher auch als Zeichen an die politischen Vertreter der Stadt Braunschweig verstanden werden. Wir Fußballfans werden uns lautstark bemerkbar machen und dafür kämpfen, dass wir nicht wie Terroristen behandelt werden können. Die Quittung gibt es spätestens bei den nächsten Wahlen – Schünemann kann davon ja ein Lied singen…

Treffpunkt für den Fußballblock ist am Samstag um 10:45 Uhr am Brunnen des Altstadtmarktes. Wer kein Demo T-Shirt hat, zieht bitte ein weißes T-Shirt an! Anschließend gehen wir geschlossen zum Kohlmarkt, wo der Demonstrationszug um 11:00 Uhr startet!

Gemeinsam gegen das neue Polizeigesetz!

Ultrà-Szene – BTSV Eintracht 1895

 

PS: Save the Date:

Großdemo am 08.09.2018 um 13:00 Uhr in Hannover! Einen Treffpunkt und die Abfahrtszeit werden wir noch bekannt geben, da vermutlich zwischen Braunschweig und Vechelde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet ist. 

Die Blau-Gelbe Hilfe (BGH) ruft die Fanszene der Braunschweiger Eintracht auf, sich diesen Samstag, den 18. August 2018, im Rahmen des landesweiten Aktionstages gegen das neue „Niedersächsische Polizei- und Ordnungsbehördengesetz“ (NPOG) zu beteiligen. Die Kundgebung und Demonstration in Braunschweig veranstaltet das Bündnis #noNPOG, Ortsgruppe Braunschweig.

Braunschweig – „Die BGH erwartet eine gute Beteiligung der Fans am Aktionstag“, schätzt Jendrik Pufahl, der stellvertretende Vorsitzende der BGH, die Resonanz bei der Braunschweiger Fanszene ein. Bereits am Montag dieser Woche informierten sich 65 Fans der Braunschweiger Eintracht in einer Veranstaltung der BGH über mögliche Auswirkungen des neuen Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (NPOG) für Fans.

Das Gesetzesvorhaben der niedersächsischen Landesregierung bringe laut Rechtsanwalt Andreas Dieler auch für Fußballfans Verschärfungen mit sich. „Dies gilt insbesondere bei Meldeauflagen, für die Datenerhebung, für den Einsatz eines Elektroimpulsgerätes aber auch für die Rechtsgrundlage für Wohnungsdurchsuchungen“, hebt Jendrik Pufahl die aus Fansicht kritischen Punkte hervor. „Darüber hinaus sieht der Gesetzentwurf insgesamt die Ausweitung der polizeilichen Befugnisse vor“, ergänzt Pressesprecher Mike Wasner. „Das Gesetzesvorhaben der Landesregierung ist deshalb im Grunde ein Thema für alle Bürger.“

Die Demonstration beginnt um 11.00 Uhr auf dem Kohlmarkt. Auf ihren Weg durch die Innenstadt werden die Demonstranten am Dom und auf dem Bohlweg zwei kürzere Kundgebungen durchführen. Interessierte Mitbürger können sich in der Zeit von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr auf dem Kohlmarkt über das Gesetzesvorhaben informieren. „Auch wir nutzen die Gelegenheit unsere Sicht der Dinge darzustellen und sind mit einem Infostand dabei“, so Jendrik Pufahl.

pdf NPOG Gesetztesentwurf

pdf Synpose NPOG

pdf Infoflyer

Anbei weisen wir euch auf das große „Poker-, Uno- & „Halli-Galli“-Turnier für den guten Zweck“ der ULTRÀ-SZENE hin:

Eintracht-Fans aufgepasst!

Am kommenden Freitag (13.07.2018) laden wir euch zum großen Poker-, Uno- & Halli-Galli-Turnier ein. Wir wollen rechtzeitig um 19:00 Uhr mit den Turnieren starten, sodass alle Teilnehmer bitte spätestens um 18:45 Uhr am FanHaus eintreffen.

Ab 17:00 Uhr ist der Bar- und Grillbetrieb (Bratwürstchen, Krakauer & Fleisch) zu den bekannten Spenden-Preisen bereits geöffnet.

Die Startspende beträgt 10,-EUR pro Person.

Der gesamte Spendenerlös des Abends wird dem Kinderheim „Haus Regenbogen“ in Lehndorf zu Gute kommen. Informationen zum Kinderheim findet ihr hier: http://www.hausregenbogen.de/index.html

Auf die drei Gewinner von euch wartet neben jeder Menge Ruhm und Ehre, das neue Heim- oder Auswärtstrikot unserer Löwen. Weiterhin werden der Zweite und Dritte Platz mit Preisen gekürt.

Bitte beachtet, dass wir eine Mindestteilnehmerzahl von 8 Spielern vorgeben – eine Obergrenze gibt es nicht.

Wir freuen uns auf einen geselligen Abend im Kreise der Fanszene und hoffen auf rege Teilnahme und eine FANtastische Spende an das Kinderheim „Haus Regenbogen“.

Gemeinsam Gutes tun!

ULTRÀ-SZENE – BTSV EINTRACHT 1895

FanRat verschafft den Fans eine Plattform, offene Fragen beantwortet

Fragen was war, was ist und was sein wird. Das war das Ziel des außerordentlichen FanParlaments zur aktuellen Situation, zu dem der FanRat Braunschweig e.V. am Donnerstag, 28. Juni in die Löwenlounge im Eintracht-Stadion eingeladen hatte. Eintracht-Präsident Sebastian Ebel stellte sich dabei fast zwei Stunden den Fragen der über 300 anwesenden Fans: „Wir haben den Fans und unseren Mitgliedern versprochen, uns bei Eintracht für mehr Transparenz in der Vereinspolitik einzusetzen. Es geht uns darum, die Entscheidungen der Verantwortlichen zu verstehen und so Identifikation zu schaffen“, erläutert FanRat-Sprecher Robin Koppelmann, der die Veranstaltung auch moderierte. „Dies ist uns durch das FanParlament gelungen: Jeder Fan konnte seine – auch unangenehmen – Fragen stellen, wobei der Ton stets sachlich geblieben ist. Das war die Voraussetzung für einen ehrlichen Neuanfang, den wir jetzt gemeinsam mit Eintracht starten können.“

Während des Parlaments hatte Eintracht-Präsident Sebastian Ebel zunächst die vergangene Saison aus seiner Sicht bewertet. Demnach habe man das Gefährdungspotential eines möglichen Abstieges in der Winterpause falsch eingeschätzt und darauf vertraut, noch die nötigen Punkte holen zu können. Deutlich wurde Ebel zudem, als es um die teilweise das Privatleben einzelner Eintracht-Akteure betreffenden Gerüchte aus der vergangenen Saison ging: „Diese entbehren jeder Grundlage und sind alle grundauf falsch“, betonte er und erhielt den Beifall der Fans. Koppelmann hierzu: „So etwas darf sich innerhalb der Eintracht-Familie nicht wiederholen. Unabhängig von sportlichen Leistungen ist es inakzeptabel, Menschen durch private Diffamierungen so etwas anzutun.“ Der FanRat habe sich bereits damals davon distanziert und wird solche Vorgänge auch zukünftig nicht tolerieren.

Verabschiedet wurde während des FanParlaments auf Initiative des FanRat-Vorstandes eine Liste mit fünf Spielern (Mirko Boland, Domi Kumbela, Ken Reichel, Jasmin Fejzic und Jan Hochscheidt), die nach Meinung der Anhänger noch einen gesonderten Abschied erhalten sollen. Sebastian Ebel räumte hierzu ein, dass die Kommunikation zur Nicht-Vertragsverlängerung mit Mirko Boland nicht optimal gelaufen sei und zeigte sich offen, für diese Spieler – so beidseitig gewünscht und terminlich realisierbar – noch eine gesonderte Verabschiedung anzustoßen. Weitere kritische Fragen drehten sich dazu u.a. über die weiter hohen Eintrittspreise, die Ebel mit der wirtschaftlich angespannten Lage begründete.

Spontan war der neue Trainer Henrik Pedersen als Überraschungsgast zum FanParlament dazugestoßen und hatte sich in einem eigenen Block den Fans vorgestellt und Sympathiepunkte gesammelt. „s ist es ein richtiges Zeichen, dass er den Schulterschluss zu den Fans sucht. Diesen Zusammenerhalt werden wir in dieser schwierigen Saison dringend benötigen.“ Abschließend bedankt sich der FanRat-Vorstand bei allen Teilnehmern und hofft auch bei den kommenden FanParlament-Sitzung auf einen hohe Resonanz.

   

pdf Außerordentliches FanParlament mit Sebastian Ebel: FanRat verschafft den Fans eine Plattform, offene Fragen beantwortet

Gerne möchten wir auf den Sommerabend des „Eintracht ist alles e.V.“ hinweisen:

Einladung zum Sommerabend (07.07.2018)

Sommer, Sonne, Sonnenschein – das einzige was noch fehlt, ist ein kühles Bier oder ein leckerer Cocktail mit einem Stück Fleisch vom Grill. Im Rahmen unseres diesjährigen Sommerabends möchten wir, der „Eintracht ist alles e.V.“ zusammen mit freiwilligen Helfern aus der Fanszene alle Eintracht-Fans am 07.07.2018 ab 19:00 Uhr sehr herzlich ins FanHaus einladen und genau diese entspannte Atmosphäre mit euch genießen.

Neben kühlen Drinks und etwas zum Essen, habt ihr die Möglichkeit, das Viertelfinal-Spiel der WM auf Leinwand zu schauen.

Wir werden für die Getränke und das Essen keine Preise erheben, würden uns aber freuen, wenn ihr uns vor Ort eine Spende zukommen lasst, mit der wir den Abend finanzieren und künftige Aktionen im Stadion (Choreos) oder am FanHaus unterstützen können.

Wir freuen uns auf euch!

Euer „Eintracht ist alles e.V.“

Eintracht-Präsident Sebastian Ebel stellt sich am Donnerstag, 28. Juni den Fragen der Fans

Der FanRat Braunschweig e.V. und Eintracht Braunschweig haben sich auf einen Termin für das anvisierte außerordentliche FanParlament zur aktuellen Situation geeinigt. „Eintracht-Präsident Sebastian Ebel wird am Donnerstag, 28. Juni allen interessierten Fans ab 19 Uhr in der Löwenlounge (Vip-Bereich, Ebene 10) des Eintracht-Stadions Rede und Antwort stehen“, erklärt FanRat-Sprecher Robin Koppelmann, der die Veranstaltung auch moderieren wird.

Komplettiert wird das Podium mit Vertretern aus der aktiven Fanarbeit, darunter Michael Vieth (FanRat-Vorsitzender) und Erik Lieberknecht (Eintracht-Fanbeauftragter). „Der FanRat-Vorstand ist nach wie vor der Ansicht, dass ein Neustart nur gelingen kann, wenn alle offenen Fragen der vergangenen Saison offen und ehrlich beantwortet wurden“, so Koppelmann über die Hintergründe der Veranstaltung. „Wir haben uns daher bewusst dagegen entschieden, beispielsweise den neuen Trainer hinzuzuladen. Es geht uns darum, die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten und daraus gemeinsam hoffentlich die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es muss sich grundsätzlich etwas verändern, eine solche Saison darf sich in dieser Form nicht wiederholen.“ Der FanRat hofft daher auf eine hohe Resonanz, appelliert aber zugleich um einen konstruktiven Verlauf der Veranstaltung.

Der FanRat bittet dazu alle Fans, sich über eine mögliche kurzfristige Raumverlegung in den bekannten Medien zu informieren.

pdf Termin für FanParlament gefunden – Eintracht-Präsident Sebastian Ebel stellt sich am Donnerstag, 28. Juni den Fragen der Fans

Dazu Aufruf: Schickt uns euren persönlichen Abschiedsgruß an Torsten Lieberknecht

Kurzzeitig waren die Eintracht-Fans nach dem für alle harten Abstieg in einer Art Schockstarre. Jetzt möchten sie ihren Teil dazu beitragen, den weiteren Weg des Vereins aktiv mitzugestalten – und aufzuarbeiten, wie es zu dem sportlichen Fiasko im Sommer kommen konnte: „In Teilen der Fanszene gärt es, so deutlich muss man es leider sagen“, erklärt Robin Koppelmann, Sprecher des FanRat Braunschweig e.V. Der FanRat-Vorstand wird daher Eintracht Braunschweig offiziell anschreiben, um zeitnah eine große FanVersammlung abzuhalten.

„In vielen zentralen Fragen gibt es derzeit mehr offene Fragen als Antworten“, so Koppelmann weiter. Natürlich interessiere die Fans aus sportlicher Sicht, wer neuer Trainer wird und wie in kurzer Zeit eine starke Mannschaft auf die Beine gestellt werden kann. Gleichzeitig soll aber auch die vergangene Saison ehrlich aufgearbeitet werden: „In unserer Jahreshauptversammlung im Januar haben die Mitglieder einen Leitantrag verabschiedet, der von den Eintracht-Verantwortlichen erwartet, dass man Siege und Niederlagen gemeinsam trägt. Nun, wo dieser Worst-Case eingetreten ist, möchten wir wissen, wie sich der Verein für die Zukunft aufstellen möchte – administrativ, im sportlichen Bereich und natürlich auch im NLZ, wo es sicher auch einige offene Fragen gibt.“

Aufruf: Schickt euren Abschiedsgruß – Würdiger Abschied für Torsten Lieberknecht

Unabhängig von der Ausrichtung für die Zukunft ruft der FanRat Braunschweig e.V. alle Fans dazu auf, Torsten Lieberknecht einen würdigen Abschied zu ermöglichen: „Wir wollen gar nicht bewerten, ob es richtig war, Torsten Lieberknecht von seinen Aufgaben zu entbinden“, so Koppelmann. Natürlich gäbe es sportlich dafür nachvollziehbare Gründe und dies ist auch Konsens in der Fanszene – nicht nachzuvollziehen sei aber der abschließende Umgang mit dem Ex-Coach: „Lieberknecht und sein Trainerteam nach zehn Jahren derart intensiver Arbeit für unseren Verein mit einer einzigen Pressemitteilung zu verabschieden, reicht nicht aus“, erklärt Koppelmann. Der FanRat bietet allen Fans, die sich persönlich bei Lieberknecht und dem Team verabschieden wollen daher die Möglichkeit, ab sofort einen persönlichen Gruß (Text, Bild, Grafik, Soundfile bis 50 MB) an abschied_von_torsten@fanrat-braunschweig.de zu schicken. „Bis zum 22. Juni werden wir diese Grüße sammeln und Torsten Lieberknecht bei einer noch zu planenden Gelegenheit übergeben“, sagt Koppelmann. „Wir hoffen auf rege Einsendungen und somit einen Abschiedsgruß an Lieberknecht, der seiner Amtszeit würdig ist.“

pdf FanRat Braunschweig e.V. beantragt offene Fanversammlung zum Eintracht-Abstieg – dazu Aufruf: Schickt uns euren persönlichen Abschiedsgruß an Torsten Lieberknecht

 

Hallo Eintracht Fans,

an dieser Stelle möchten wir nochmals an den Aufruf der ULTRÀ SZENE erinnern:

„Zum Einschwören auf die letzten Spiele fordern wir jeden Löwen auf, sich und sein Umfeld weiterhin zu motivieren. Entschlossen sollten wir von unserer Seite die Leistung abrufen, die wir von der Mannschaft auf dem Rasen fordern! Lautstark und geschlossen wollen wir uns also bei den kommenden Aufgaben präsentieren!

Für das letzte Heim- und Auswärtsspiel rufen wir deshalb das Motto Gelb aus. Hierfür erhaltet ihr ab dem kommenden Heimspiel gegen Dresden am Cattiva Infostand am FanHaus sowie an zwei Extra Ständen im Stadion (zwischen Block 4 & 5 sowie 8 & 9)  ein neues T-Shirt, dessen Erlös die nächsten Choreografien finanzieren soll. Die T-Shirts sind in den üblichen Größen erhältlich. Seid also schnell und sichert euch euren Beitrag zum geschlossenen Gesamtbild!“

Am kommenden Sonntag besteht weiterhin die Möglichkeit sich das neue T-Shirt zu sichern! Bis auf „S“ sind noch alle Größen (XS-4XL) vorhanden. Kommt zum FanHaus oder an unsere o. g. Extra-Stände und sichert euch euer T-Shirt! Noch wichtiger ist aber, dass möglichst viele Löwen in Gelb kommen und wir so eine kompakte Einheit bilden!

Braunschweig steht fest zusamm‘

 

Wie dem FanRat Braunschweig e.V. mitgeteilt wurde, kam es am Rande des U21-Länderspiels Deutschland gegen Israel am Donnerstag, 22. März im Eintracht-Stadion zu antisemitischen Vorfällen seitens einer Jungorganisation der NPD. Diese postete hierzu auch in sozialen Medien entsprechende Fotos.

Der FanRat Braunschweig e.V. missbilligt es, wenn das Eintracht-Stadion als Bühne für politische und noch dazu antisemitische Handlungen missbraucht wird. Der Eintracht-Gedanke schließt Menschen aller Herkünfte oder Religionen ein, das ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir appellieren an alle Fans daher, diesen Nazis kein Forum zu bieten und ihre Aktion nicht nur zu verurteilen, sondern auch zu ignorieren. Gebt diesen Leuten keine Plattform und straft ihre Aktion mit Missachtung. Das schadet ihnen am Meisten.

Der FanRat Braunschweig e.V. im März 2018